Neuraltherapie & Homöosiniatrie

Die Neuraltherapie ist ein Verfahren, bei dem durch gezielte Injektionen mit einem Lokalanästhetikum (z.B. Procain) Störfelder und Regulationsblockaden im Körper beeinflusst werden sollen. Das vegetative Nervensystem steht dabei im Mittelpunkt der Betrachtung.

Die Homöosiniatrie verbindet Elemente der Akupunktur mit homöopathischen Injektionen. Ausgewählte Punkte werden mit homöopathischen Präparaten behandelt – als Teil des individuellen Therapiekonzepts. Das vegetative Nervensystem steht dabei im Mittelpunkt der Betrachtung.

Wenn Akupunktur und Homöopathie sich ergänzen

Die Homöosiniatrie verbindet zwei naturheilkundliche Ansätze: Homöopathische Mittel werden mit einer feinen Kanüle direkt in ausgewählte Punkte injiziert. Das entstehende Depot verbleibt an der Injektionsstelle — länger als die klassische Akupunkturnadel. In der Erfahrungsheilkunde werden durch diesen Ansatz mechanischer Reiz und homöopathisches Mittel kombiniert.

Welche Punkte werden behandelt?

Je nach Beschwerdebild und individueller Situation wähle ich aus verschiedenen Punktsystemen:

Klassische Akupunkturpunkte (TCM)

Punkte der Traditionellen Chinesischen Medizin entlang der Meridiane — in der TCM stehen diese in Beziehung zu bestimmten Organen und Funktionskreisen. Die Injektion verlängert den Reiz am Punkt gegenüber der klassischen Nadelung.

Head’sche Zonen — Segmentale Organzuordnung

Der englische Neurologe Sir Henry Head (1861–1940) beschrieb, dass bestimmte Hautareale über Nervenbahnen mit inneren Organen in Verbindung stehen — diese Bereiche werden als Head’sche Zonen oder Dermatome bezeichnet. In der Naturheilkunde wird dieser Zusammenhang genutzt, um über gezielte Reize im Hautareal auf das zugeordnete Organ einzuwirken — zum Beispiel steht die rechte Schulterregion in der Erfahrungsheilkunde in Verbindung mit der Gallenblase. Die Injektion erfolgt als feine Quaddel in das entsprechende Segment.

Reflexpunkte nach Gleditsch — Somatotopien

Jochen Gleditsch — Mitbegründer der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur, Lehrbeauftragter an der LMU München — beschrieb sogenannte somatotope Zonen: Körperregionen, auf denen sich in der Erfahrungsheilkunde Reflexpunkte anderer Körperbereiche befinden. Mikrosysteme an Nase, Mund, Ohr, Hand und Schädel werden dabei als Repräsentationen des gesamten Körpers verstanden. In meiner Praxis berücksichtige ich diese Systeme bei der individuellen Auswahl der Injektionspunkte.

Was entscheidet über die Punktauswahl?

Die Wahl der Punkte und des homöopathischen Mittels richtet sich nach Ihrer individuellen Situation — Anamnese, Beschwerdebild, Konstitution (Irisdiagnose) und vegetatives Nervensystem werden dabei berücksichtigt. Neuraltherapie und Homöosiniatrie setze ich je nach Befund einzeln oder kombiniert ein.

→ Alle beschriebenen Verfahren gehören zur Erfahrungsheilkunde. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung und stellen kein Heilversprechen dar.

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